Die Evolution der Campingstühle

Auf unseren ersten Motorradreisen haben wir uns – wie die meisten anderen – einfach auf unsere Koffer gesetzt, wenn wir eine Sitzgelegenheit brauchten. Wir waren jung  🙂  und brauchten nicht mehr.

Lösung bislang

Vor unserer Islandreise in 2011 hatten wir uns beim Caravanausstatter Berger zwei Campingstühle gekauft. Die sahen aus wie alle anderen, die zu der Zeit aktuell waren und für ein paar Euro beim Discounter erhältlich waren. Einziger Unterschied: Wir saßen nur knapp über dem Boden, dafür war das Packmaß halbwegs motorradtauglich. Leider war es das Gewicht nicht: mit 3,6 Kilogramm war ein Stuhl fast so schwer wie unser Hillebergzelt. Die niedrige Sitzhöhe dagegen, die wir zunächst als Wermutstropfen empfanden, hat sich in der Praxis als überaus praktisch erwiesen: da wir keinen Tisch dabei hatten, haben wir mit unserem Kocher auf dem Boden gekocht – und das war bequem im Sitzen möglich. Auch hatten wir darauf geachtet, dass die Rückenlehne so hoch ist, dass wir unsere Köpfe anlehnen können.

Unsere Ankunft an neuen Orten sieht daher meist ungefähr gleich aus: Zelt aufbauen und Isomatten aufblasen, Stühle Richtung Sonne stellen, Kaffee kochen und dann erst mal entspannt hinsetzen, Kaffee schlürfen und die neue Umgebung wirken lassen. Damit sind die Stühle ein wesentlicher Komfortfaktor auf unseren Reisen.

Für unsere Weltreise achten wir gerade sehr genau auf das Gewicht unserer Ausstattungsstücke und brauchen daher eine Alternative zu den schweren Stühlen. Auf Motorradtreffen wie das von Horizons Unlimited, Touratech Travel Event oder anderen sieht man fast überall nur Stühle der Firma Helinox. Grund genug, sich mit diesen näher zu befassen.

Was bietet Helinox?

Helinox bietet seine Stühle in verschiedenen Formen und Designs an. Wenn man die Homepage besucht (http://www.helinox.com), findet man mehrere Produktlinien mit Stühlen, Tischen, Feldbetten und anderem. Auch gibt es dort eine Vielzahl an Designvarianten. In den Outdoorläden in unserer Umgebung findet man meist den Chair One und den Sunset Chair. Dass es darüber hinaus noch den Beach Chair gibt, haben wir erst vor kurzem herausgefunden. Die bei uns angebotene Farbe ist auch immer gleich (schwarz-türkis).

Allen Stühlen gemeinsam ist das einfache Handling. Das Gestell besteht aus faltbaren Aluminiumrohren mit Gummizug innen, wie bei einem Zelt. Damit ist das Gerüst sehr schnell aufstellbar, der Polyesterbezug wird einfach nur aufgesteckt.

Der Chair One ist der leichteste der drei Stühle: lt. Hersteller nur 960 Gramm (Globetrotters Nachwiegen ergibt sogar nur 890 Gramm). Dafür geht die Rückenlehne nur ungefähr bis zu meinem Schulterblatt. Bequem, aber es geht bequemer.

Der Sunset Chair war lange Zeit unser Favorit: mit allen Vorteilen des Helinox-Systems und mit hoher Rückenlehne. Endlos aber haben wir die Frage nach Tisch bzw. Koch-Möglichkeit diskutiert: die Sitzfläche des Sunset Chair ist zu weit von Boden weg, um dort unten kochen zu können, Helinox-Tische erschienen uns zu instabil (und mit falschen Bezug) für das Kochen mit Benzinkochern, wir wollten aber auch nicht  für jede kleine Kochaktion die Koffer von den Bikes abbauen … kurz gesagt: wir konnten uns nicht wirklich zum Kauf durchringen. Außerdem hatten wir schon kleine golfball-ähnliche Füßchen gesehen, die den Stuhl (egal ob Chair One oder Sunset Chair) vorm Einsinken in weichem Untergrund bewahren sollten.

Unsere Entscheidung

Der Beach Chair dagegen hat alle Features, die wir wollen: bodennahe Sitzfläche, hohe Rückenlehne sowie abgewinkelte Füße, die auch auf Sand nicht einsinken. Er wiegt 1485 Gramm und man kann (wie auch beim Sunset Chair) sehr einfach aus dem Packsack eine Nackenrolle machen (einfach einen Pullover o.ä. reinstopfen) und mit Klett auf Nackenhöhe befestigen.

Ergebnis von Recherche und Test: Wir haben uns vor ein paar Tagen zwei Helinox Beach Chairs gekauft.

Hier noch die Seite von Helinox, auf der sie alle ihre Stühle gegenüberstellen – sie haben deutlich mehr als die Auswahl in unseren Outdoorläden vermuten lässt:

All Chairs

 

Wir halten Euch auf dem Laufenden, wie sich die Stühle in der Praxis bewähren.

Und was das Krümelmonster dazu sagt …

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