Corona an Bord

Verdammt.
Es ist Tag 2 auf dem Wasser und schon steht alles wieder auf der Kippe.

Gestern haben wir noch darüber gesprochen, was für eine tolle Reise wir gerade machen: Wir haben Delfine gesehen und viele Albatrosse. Im Beagle Channel konnten wir uns manchmal gar nicht entscheiden, ob wir nach rechts oder nach links schauen wollten – überall waren Gletscher. Im Augenblick befinden wir uns in der berüchtigten Drakepassage. Es heißt, hier gibt es zwei Zustände: „Drake Lake“ (wenn die See ruhig ist) oder „Drake Shake“ (wenn man entsprechend durchgerüttelt wird). Zum Glück haben wir mit einer Wellenhöhe von vier bis fünf Metern außergewöhnliche ruhige See.

Beim Aufwachen habe ich mich noch darüber gefreut, dass die Symptome meiner Seekrankheit abgeflaut sind, mittlerweile gibt es Wichtigeres:
Heute früh gab einen turnusmäßigen Antigentest und jetzt haben wir einen bestätigten Coronafall an Bord. 😭😭
Der Gast sowie seine intensiven Kontakte befinden sich in Quarantäne. Und wir alle werden in 72 Stunden erneut getestet.
Die Konsequenz: Wir werden auf dieser Reise die Falklandinseln gar nicht besuchen können. Für Südgeorgien gilt: Wir werden den bewohnten Ort Grytviken nicht besuchen, dürfen aber immerhin einen unbewohnten Ort anlaufen.
Im Restaurant wird ein Zweischichtbetrieb eingeführt. Maskenpflicht und dauerndes Desinfizieren sind ohnehin selbstverständlich, selbst nach Veranstaltungen werden die Stühle mit Desinfekt besprüht.
Positiv an der ganzen Sache ist, dass wir mehr Zeit in der Antarktis verbringen können, wenn das Wetter es zulässt.
Und natürlich nur, wenn es nicht mehr Fälle gibt. Drei von den 12 Kabinen der roten Zone sind jetzt belegt. Sind alle 12 belegt, geht es zurück nach Chile.

Puh, so hatten wir uns die Reise nicht vorgestellt. Wir waren eher glücklich, dass es nur knapp über 80 Passagiere auf dem Schiff gibt und alles so ruhig und entspannt abläuft. Immerhin ist Kommunikation seitens Hurtigruten vorbildlich.
Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Die Stimmung ist noch gut und das fantastische Essen trägt seinen Teil dazu bei.


2 Gedanken zu „Corona an Bord

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