600 Tage, 55.000 Motorrad-Kilometer und 43 Länder

Wow. Genau heute sind wir seit 600 Tagen auf Weltreise. Um genau zu sein: 600 Tage, 55.000 Motorrad-Kilometer und 43 Länder, so lautet unsere Bilanz in Zahlen.

Die Zahlen geben natürlich bei weitem nicht wieder, was es bedeutet, eine Weltreise zu unternehmen. Was wir erlebt haben. Wie wir uns gefühlt haben. Welche Menschen wir getroffen haben.

Unseren Reiseverlauf hatten wir uns vor 600 Tagen auch anders vorgestellt.

Dass uns der erste Teil der Reise bis in die Mongolei führt, das war tatsächlich mal grob so geplant. Aber danach wollten wir eigentlich nach Südamerika, um den zweiten Teil der Reise zu absolvieren, bevor Danielas Sabbatical endet und sie zurück nach München muss.

Aber bekanntlich ist das Leben ja das, was passiert, während wir andere Pläne machen.

Nach einer spannenden und anstrengenden Reise bis Ulan Bator (darüber haben wir hier geschrieben) haben wir beschlossen, ein paar Monate in Europa zu reisen, bevor es nach Chile geht. Also mal wieder etwas Ruhe und weniger Aufregung. Und keine Nervosität mehr, wenn mal wieder ein Polizeiwagen auftaucht, um uns zu kontrollieren. Und so haben wir nach ausgiebigen Ferien unsere Motorradweltreise in Spanien fortgesetzt.

Bis Corona kam und wir Zwangspause einlegen mussten. Nein, das war vor Reisebeginn eindeutig nicht geplant. Wir waren aber schon froh, während der Pandemie in Deutschland zu sein und nicht in Südamerika. Gerade zu Beginn, als noch niemand wusste, wie sich die Situation entwickelt und alle verunsichert waren.

Mit Beginn der Grenzöffnungen in Europa waren wir auch schon wieder unterwegs. Da Hochsommer herrschte, sind wir nicht in die Hitze Spaniens zurückgekehrt, sondern haben uns in Richtung Norden aufgemacht, um das Nordkap zu sehen. Davon hatten wir schon länger geträumt, aber die kurze Saison in Norwegen und die Touristenmassen hatten uns bislang immer abgeschreckt. Wer unseren Blog verfolgt, wird es gemerkt haben: wir waren total begeistert vom Zauber Norwegens.

Aber schon Mitte September war es in Norwegen so kalt, dass wir auf dem Motorrad sämtliche Kleidungsstücke übereinander gezogen haben, daher haben wir uns am Ende etwas beeilt, wieder in den Süden zu kommen. Sonst wären wir bestimmt länger geblieben. Aber so sind wir eher schnell über Finnland und das Baltikum gen Süden gefahren. Nach einem kleinen Abstecher zum Oliven-Ernten in der Toskana sitzen wir jetzt seit einer Woche in Griechenland. Im Lockdown. Und nein, auch das hatten wir uns nicht so vorgestellt. Weder bei der Reiseplanung, noch vor zehn Tagen, als wir die Fähre buchten.

Zu dem Zeitpunkt galt die Peloponnes als ruhiger Außenposten in Griechenland, wenig besiedelt und daher auch wenig von Corona betroffen. Erst am Tag nach unserer Ankunft in Igoumenitsa wurde der Lockdown des ganzen Landes beschlossen, beginnend zwei Tage später. Nach kurzer Überlegung, sofort eine Fähre nach Italien zurück zu nehmen, haben wir mit unserem Vermieter geklärt, dass wir die gemietete Wohnung hier im Bezirk Patras schon eine Woche früher beziehen können.

Und so sitzen wir jetzt hier. Nach vielen Kilometern und vielen Eindrücken in diesem Jahr genießen wir es, mal wieder länger an einem Ort zu sein. Trotz Lockdown dürfen wir zum Spazierengehen, zum Sport und zum Einkaufen raus. Sport schließt auch die Fahrt zum fünf Kilometer entfernten Strand ein, das haben wir extra beim Konsulat nachgefragt. Aber hauptsächlich genießen wir die Ruhe und die große Dachterrasse mit dem Blick auf die Bucht. Das Leben ist schön! Und für Südamerika ist auch später noch Zeit.

Übrigens: Wir haben die motorradfreie Zeit hier dazu genutzt, einen eigenen Shop bei Spreadshirt zu erstellen. Damit könnt Ihr T-Shirts, Pullover, Taschen oder einen süßen Teddybären mit unseren Logos und Designs bestellen. Dort gibt es in den ersten zwei Wochen auch 15% Rabatt (also bis zum 25. November). Vielleicht denkt ja jemand schon an Weihnachtsgeschenke.

Blick auf die Bucht
Blick auf die wunderschöne Bucht von Navarino

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6 Gedanken zu „600 Tage, 55.000 Motorrad-Kilometer und 43 Länder

  • 12. November 2020 um 17:44
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    Hallo ihr beiden,
    dann trinkt heute ’nen Retsina oder ’nen Ouzo auf die 600! Das habt ihr euch verdient …
    τζαμάς !
    Und Kopf hoch: werd scho wern.

    Antwort
    • 12. November 2020 um 17:51
      Permalink

      Hallo Wolfgang,
      Leider sind wir keine Ouzofans,
      gelten Rotwein und Bier auch?
      Wir genießen die Ruhe hier sehr.
      Liebe Grüße
      Daniela

      Antwort
  • 19. November 2020 um 23:11
    Permalink

    Aloha Ihr Zwei Weltreisenden !
    …ich lese nach wie vor fleissig eure Post und gucke Bilder.
    Eure Besgeisterung für Norwegen kann ich zu 100% nachvollziehen.
    Der Peloponnes ist mir auch in guter Erinnerung, wobei speziell Patras sich eher als
    Hafenstadt der unbehaglicheren Sorte in meinem Hinterkopf festgesetzt hat.
    Dass ihr euch dort ne Bleibe gesucht habt, lässt mich aufhorchen.
    Sind meine Jugenderrinerungen an Patras irgendwie schräg??
    ..oder liegt der Knackpunkt in „Bezirk Patras“, der evtl. recht groß ist und sehr interschiedlich sein kann?

    Liebe Grüße
    M&M

    Antwort
    • 19. November 2020 um 23:20
      Permalink

      Hallo M&M,
      Schön, wieder von Euch zu hören bzw. zu lesen.
      Ihr habt recht, der Knackpunkt ist der Bezirk.
      Wir sitzen seit knapp zwei Wochen in Pylos, das ist ganz im Südwesten der Peloponnes. Das Apartment ist geräumig, der Blick auf die Bucht fantastisch, auch beim Essen können wir nicht klagen.
      Nur leider ist Lockdown und wir wären lieber unterwegs. Jammern auf hohem Niveau, ist klar.
      Zumindest der Blog freut sich über Aufmerksamkeit.
      Liebe Grüße nach München
      Daniela

      Antwort
  • 19. November 2020 um 23:18
    Permalink

    …oder hast du dich vertippt und meintest Pylos anstatt Patras??

    Antwort
    • 19. November 2020 um 23:26
      Permalink

      So spät in der Nacht und trotzdem überschneiden sich unsere Kommentare.
      🙂
      Pylos = Bezirk Patras.
      Hatten beim Konsulat in Patras wg. Details zur Ausgangssperre nachgefragt, weil die für uns zuständig sind.
      Die Erlaubnis für den Strand wurde leider auch schnell wieder zurück genommen, als der Lockdown verschärft wurde.

      Antwort

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